Amnioninfektionssyndrom

Synonyme: AIS, amniotic infection syndrome

Definition

Amnioninfektionssyndrom

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Das Amnioninfektionssyndrom ist eine Infektion der Eihöhle, der Eihäute und der Plazenta, die subklinisch verlaufen, aber auch mit deutlichen Symptomen bei der Mutter und dem Fetus einhergehen kann.


Ätiologie

Amnioninfektionssyndrom

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  • Ursache des Amnioninfektionssyndroms: meist aszendierende Infektionen vaginaler Keime, die transzervikal zu einer Chorioamnionitis führen
  • meist gleichzeitig vorzeitiger Blasensprung
  • in seltenen Fällen: Transamniale Durchwanderung pathogener Keime (z.B. Chlamydien, Ureaplasmen)
  • in sehr seltenen Fällen: Transabdominale Einbringung (z.B. bei einer Punktion)

Epidemiologie

Amnioninfektionssyndrom

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Zur Epidemiologie des Amnioninfektionssyndroms :

  • Gehäuft bei protrahierter Geburt und bei vorzeitigem Blasensprung

Differentialdiagnosen

Amnioninfektionssyndrom

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Anamnese

Amnioninfektionssyndrom

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Bei der Anamneseerhebung des Amnioninfektionssyndroms ist folgendes zu beachten:

  • vorzeitiger Blasensprung?
  • Fieber der Mutter?
  • übel riechendes Fruchtwasser bemerkt?

Diagnostik

Amnioninfektionssyndrom

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Zur diagnostischen Abklärung des Amnioninfektionssyndroms sind relevant:

  • Vollbild eines Amnioninfektionssyndroms gestaltet sich diagnostisch sehr einfach
  • die subklinische Präsentation ist deutlich schwieriger diagnostizierbar

Für den praktischen klinischen Einsatz werden derzeit überwiegend CRP, Blutbild sowie der klinische Zustand der Patienten herangezogen


Klinik

Amnioninfektionssyndrom

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Das Amnioninfektionssyndrom kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

In den meisten Fällen hat vorher ein Blasensprung stattgefunden


Therapie

Amnioninfektionssyndrom

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Die Behandlung des Amnioninfektionssyndroms umfasst folgendes:

  • über 37. SSW: Geburtsvorgang beschleunigen, um ein Übergreifen auf den Fetus zu verhindern (vaginale Geburt möglichst innerhalb der nächsten 12 h)
  • unterhalb von 37 SSW : Abwartendes Vorgehen bzgl. Entbindung gerechtfertigt: Tokolyse, antibiotische Therapie (meist Cephalosporin) und - bei einem Gestationsalter weniger als 32 Wochen - eine antenatale Steroidtherapie zur Lungenreifung

Komplikationen

Amnioninfektionssyndrom

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Folgende Komplikationen können beim Amnioninfektionssyndrom auftreten:

  • bei fortgeschrittener intrauteriner Infektion: Signifikant höhere Mortalität und Morbidität des Kindes
  • im fortgeschrittenen Stadium: Maternale generalisierte Sepsis
  • Puerperalfieber
  • Sepsis auch beim Kind

Zusatzhinweise

Amnioninfektionssyndrom

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Zusatzhinweise zum Amnioninfektionssyndrom:

Jenseits des Zeitintervalls von 12 h steigt das maternale Morbiditätsrisiko


Literaturquellen

Amnioninfektionssyndrom

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  1. Mayatepek E (2007) – Pädiatrie – Elsevier, München
  2. Kiechle M (2007) – Gynäkologie und Geburtshilfe – Elsevier, München

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