Amnestische Episoden

Synonyme: TGA, transient global amnesia, Transiente globale Amnesie

Definition

Amnestische Episoden

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Amnestische Episoden sind akut einsetzende Störung aller Gedächtnisinhalte von maximal 24 h Dauer ohne begleitende Bewusstseinsstörung oder epileptische Symptome.


Ätiologie

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Ursachen der amnestischen Episoden sind:

  • unbekannte Ursache
  • Pathophysiologie: passagere Funktionsstörung mediobasaler Temporallappenanteile unter Einschluss beider Hippocampi
  • keine sicheren Hinweise auf Assoziation zu vaskulären Erkrankungen
  • Assoziation mit Migräne wahrscheinlich (12-30% der Patienten mit positiver Migräneanamnese)

Epidemiologie

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Amnestische Episoden sind relativ häufig. Die Inzidenz beträgt 5–10/100.000 pro Jahr.

  • 75% der Attacken ereignen sich zwischen dem
    50–70. Lebensjahr
  • selten vor dem 40. Lebensjahr
  • Männer und Frauen gleich häufig betroffen

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei den amnestischen Episoden sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • bekanntes Anfallsleiden?
  • stattgehabtes Trauma?
  • bekannte psychische Störungen?
  • weitere neurologische Ausfälle wie Sprachstörung, Sehstörung, Halbseitensymptome?
  • Orientierung zu Ort, Zeit, Person und Situation?
  • Häufigkeit und Kontext der Episoden?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der amnestischen Episoden sind relevant:

  • neurologische Untesuchung: keine weiteren neurologischen Symptome, insbesondere keine Halbseitensymptomatik
  • neuropsychologische Untersuchung: auch nach Rückbildung noch Störungen im nonverbalen Gedächtnis
  • EEG: unauffällig
  • Bildgebung: cCT/cMRT unauffällig, evtl. Minderperfusion des medialen Temporallappens im Perfusions-SPECT

Klinik

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Die amnestischen Episoden können eine oder mehrere Symtome zeigen:

  • wacher, desorientiert und ratlos wirkender Patient mit anterograder und retrograder Amnesie
  • Störung des Langzeitgedächtnisses
  • fehlender Wahrnehmung der Gedächtnisstörung
  • stereotyp wiederkehrende Fragen ("wo bin ich", "was ist los")
  • keine Zeichen einer sonstigen Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung
  • Dauer im Mittel 6–8 h 
  • Kopfschmerzen während oder nach Attacke (bei 10%)

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten der amnestischen Episoden umfassen folgendes:

  • keine gesicherte Therapie bekannt und wegen Benignität des Krankheitsbildes nicht erforderlich

Komplikationen

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Komplikationen der amnestischen Episoden sind:

  • Rezidive in 25%

Zusatzhinweise

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  • starke Kopfschmerzen, Erbrechen, Verwirrtheit, neurologische Herdsymptome oder eine inkomplette Rückbildung nach mehr als 24 h sprechen gegen eine TGA
  • bei typischer Anamnese und Klinik sind Zusatzuntersuchungen entbehrlich

Literaturquellen

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1. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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