Akute organische Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung

Synonyme: akute exogene Psychosen, akute organische Störungen

Definition

Akute organische Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung

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  • Die akuten organischen Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung sind u.a gekennzeichnet durch Beeinträchtigung der Psychomotorik.

Ätiologie

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Die Ursachen der akuten organischen Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung sind:

  • multifaktoriell
  • Abhängigkeit (z.B. Alkohol)
  • Verletzung des Hirns
  • SHT
  • postoperativ, z.B. durch Medikamente
  • Angst vor OP
  • metabolische Störung, z.B. Hyperglykämie
  • Infektionen, z.B. HWI
  • Störungen der Zirkulation, z.B. Hypoxie

Epidemiologie

Akute organische Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung

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Zur Epidemiologie der akuten organischen Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung liegen folgende Daten vor:

  • bei über 65-Jährigen: bis 16% (abhängig von der Störung)
  • bei unter 65-Jährigen: sehr selten

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Akute organische Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung

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Bei den akuten organischen Psychosyndromen ohne Bewusstseinsstörung sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Auftreten bei körperlichen Erkrankungen, die akut sind?
  • Plötzlicher Beginn?
  • Prodromale Symptomatik wie z.B. Unruhe, Angst?
  • Störungen der Wahrnehmung u.a. Halluzinationen, (meist optische)?
  • Abstraktes Denken: gestört?
  • Gestörte Orientierung?
  • Gestörtes Kurzzeitgedächtnis?
  • Psychomotorik: verändert, z.B. hyperaktiv?
  • Schlaf-Wach-Rhythmus verändert, z.B. Albträume?
  • Amnesie?
  • Patient zusätzlich z.B. reizbar, ängstlich?
  • Übelkeit?
  • Erbrechen?
  • Schwitzen?

Diagnostik

Akute organische Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung

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Zur diagnostischen Abklärung der akuten organischen Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung sind relevant:

  • charakteristische Symptomatik
  • klinisch
  • neurologische Untersuchung
  • Labor, u.a. Blutbild, Elektrolyte, BSG - Ausschluss anderer Erkrankungen
  • Bildgebung

Klinik

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Die akuten organischen Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung können folgende Symptome zeigen:

  • Auftreten bei körperlichen Erkrankungen
  • Plötzlicher Beginn
  • Prodromale Symptomatik wie z.B. Unruhe, Angst
  • Störungen der Wahrnehmung u.a. Halluzinationen, (meist optische)
  • Abstraktes Denken: gestört
  • Gestörte Orientierung
  • Gestörtes Kurzzeitgedächtnis
  • Psychomotorik: verändert, z.B. hyperaktiv
  • Schlaf-Wach-Rhythmus verändert, z.B. Albträume
  • Amnesie
  • Patient zusätzlich z.B. reizbar, ängstlich
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwitzen

Therapie

Akute organische Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei den akuten organischen Psychosyndromen ohne Bewusstseinsstörung umfassen Folgendes:

  • optimale Umgebungsbedingungen schaffen
  • Minderung von Stress
  • symptomatisch, z.B. Elektrolytausgleich
  • Orientierungshilfen, z.B. Radio aufstellen
  • Pharmakotherapie (bei psychotischer Symptomatik und Unruhe) Neuroleptika, z.B. Haloperidol: anfangs 2-10 mg i.m. (abhängig u.a. von Alter, Gewicht) [1]
  • Therapie oral fortsetzen
  • tägliche Maximaldosis: 10-30 mg (individuell)
  • u.a. bei Schlaflosigkeit: z.B. Clomethiazol: 1-3 g täglich [1]
  • bei Älteren: z.B. Melperon (u.a. bei Unruhe): oral z.B. 3 x 25 mg, am Abend höher dosiert, maximale Tagesdosis: 375 mg; intramuskuläre maximale Tagesdosis: 200 mg [2]
  • Therapie: orientiert am Syndrom, z.B. Antidepressiva (bei Depression) Citalopram: oral 1x20 mg, tägliche Maximaldosis: 60 mg [2]

Komplikationen

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Bei den akuten organischen Psychosyndromen ohne Bewusstseinsstörung kommen folgende Komplikationen vor:

  • Chronifizierung möglich
  • Zustand einer Demenz möglich

Zusatzhinweise

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Zu den akuten organischen Psychosyndromen ohne Bewusstseinsstörung liegen folgende Zusatzhinweise vor:

  • Psychosyndrome eingeteilt nach Symptomatik
  • i.d.R. reversibel bei rechtzeitiger Behandlung

Literaturquellen

Akute organische Psychosyndrome ohne Bewusstseinsstörung

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  1. Möller HJ, Laux G, Deister A (2009) - Duale Reihe Psychiatrie und Psychotherapie - Thieme Verlag, Stuttgart (Seite 181-189)
  2. Ruß A (2008) - Arzneimittel pocket - Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald (Seite 242, 250)
  3. Kasper S, Volz HP (2003) - Psychiatrie compact - Georg Thieme Verlag, Stuttgart (Seite 60)
  • (2009) Klußmann R, Nickel M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer Verlag, Wien
  • (2009) Mentzos S - Lehrbuch der Psychodynamik - Verlag Vandenhoeck & Ruprecht/BRO
  • (2009) Janssen P, Joraschky P, Tress W - Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherap - Deutscher Ärzte Verlag
  • (2008) Rentrop M, Müller R, Bäuml J - Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Rudolf - Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik - Thieme
  • (2007) Arolt V, Reimer C, Dilling H - Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie - Springer
  • (2006) Fritzsche K, Wirsching M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer

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