Aktinisches Retikuloid

Synonyme: Chronisch aktinische Dermatitis, Actinic reticuloid

Definition

Aktinisches Retikuloid

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Das aktinische Retikuloid stellt eine chronische ekzematoide Lichtreaktion dar, die an ein Lymphom erinnert.


Ätiologie

Aktinisches Retikuloid

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Die Ätiologie des aktinischen Retikuloids gilt bis heute als nicht eindeutig geklärt.

Man vermutet, dass es in Folge einer photoallergischen Dermatitis zu einer persistierenden Lichtreaktion kommt, die in ein aktinisches Retikuloid übergeht.


Epidemiologie

Aktinisches Retikuloid

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  • Das aktinische Retikuloid ist relativ selten.
  • Es betrifft überwiegend Männer, gelegentlich auch Frauen, des mittleren und höheren Alters.
  • Die Erkrankung exzerbiert in sonnenreicher Jahreszeit.

Differentialdiagnosen

Aktinisches Retikuloid

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Anamnese

Aktinisches Retikuloid

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Bei dem aktinischen Retikuloid sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen?
  • UV-Exposition?
  • Was für Beschwerden?, Juckreiz?, Schmerzen?  
  • Verlauf?, Ekzem mit Hautverdickung?, Rötung?, Schuppung?
  • Lokalisation der Hauterkrankung? 
  • Allergien?
  • Medikamenteneinnahme? Selbstmedikation? bisherige Therapie? Mit welchem Erfolg?


Diagnostik

Aktinisches Retikuloid

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Zur diagnostischen Abklärung des aktinischen Retikuloids sind relevant:

  • Anamnese
  • klinisches Bild
  • Histopathologie:

Dermis: dichtes, buntes Infiltrat überwiegend aus Suppressor-T-Lymphozyten (CD8-positiv), Eosinophilen und Plasmazellen; vereinzelt lassen sich atypische Lymphozyten mit Mitosen nachweisen

das Bild kann einer Mycosis fungoides imitieren

  • Mikrobiologie: PCR: keine Klonalität (Ausschluss einer Mycosis fungoides) 

Klinik

Aktinisches Retikuloid

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Das aktinische Retikuloid charakterisiert sich durch folgende Merkmale:

  • Prädilektionsstellen: lichtexponierte Hautareale
  • Effloreszenzen: erythematöse, schuppende Papeln und Plaques
  • Symptome: 

chronisches, lichenifiziertes Ekzem

starker Juckreiz

ausgeprägte Lichtempfindlichkeit gegenüber UVA, UVB und sichtbarem Licht

Streuherde auch an bedeckten Körperstellen

gelegentlich Erythrodermie

Entwicklung einer Facies leontina möglich


Therapie

Aktinisches Retikuloid

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei dem aktinischen Retikuloid umfassen folgendes:

  • absolute Vermeidung von Lichtprovokationen
  • Lichtschutz
  • Light-Hardening oder PUVA-Therapie
  • Lokaltherapie: Steroide
  • Systemische Therapie bei den schweren Fällen:

Kortikoide

Immunsuppressiva wie z. B. Azathioprin, Methotrexat oder Cyclosporin A

Beta-Carotin (z.B. Carotaben) und Chloroquin (z.B. Resochin) sind nur in Einzelfällen wirksam.


Komplikationen

Aktinisches Retikuloid

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Zu den Komplikationen des aktinischen Retikuloids ist derzeit keine weitere Information verfügbar.


Zusatzhinweise

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Zu dem aktinischen Retikuloid liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Aktinisches Retikuloid

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  • Ingrid Moll (2005), Duale Reihe, Dermatologie, Thieme Verlag, 6. Auflage
  • Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann (2005), Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung, W3l GmbH Verlag
  • Sabrina Furter, Kim Jasch (2007), Crashkurs Dermatologie, Elsevier, Urban & Fischer Verlag

  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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