Acne inversa

Synonyme: Akne-Tetrade, Akne-Triade, intertriginöse Akne, Hidradenitis suppurativa, Perifolliculitis capitis, Pyoderma fistulans sinifica

Definition

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Bei der Acne inversa handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die durch abszedierende, fistulierende und vernarbende Entzündungen mit bevorzugtem Befall der intertrigiösen Areale gekennzeichnet ist.


Ätiologie

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  • Die Ätiologie der Acne inversa ist noch ungeklärt.
  • Eine genetische Prädisposition wird als Ursache diskutiert.
  • Mögliche Provokationsfaktoren von der Acne inversa sind: adipöser Ernährungszustand, Nikotinabusus, mechanische Belastungen der Intertrigines, Beschaffenheit der Terminalhaarfollikel, Acne vulgaris

Epidemiologie

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  • Die Erkrankung manifestiert sich häufig im jungen Erwachsenenalter.
  • Männer häufiger betroffen als die Frauen
  • Betroffen sind meist adipöse Patienten mit Nikotinabusus. 
  • Positive Familienanamnese wird in 25-30 % der Fälle beschrieben.
  • Die Prävalenz der Acne inversa liegt bei etwa 0,3-4 % der Bevölkerung in Industrienationen.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Acne inversa sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann sind die Hauteffloreszenzen erschienen?
  • Was für Beschwerden? 
  • Verlauf?
  • Lokalisation? 
  • Hat sich der Befund ausgebreitet? Wenn ja, wohin?
  • Allergien?
  • Vorherige Erkrankungen?
  • Frühere Hauterkraknungen?
  • Erkrankungen bei Angehörigen?
  • Medikamenteneinnahme? Selbstmedikation? bisherige Therapie? Mit welchem Erfolg?


Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Acne inversa sind relevant:

  • Anamnese
  • klinisches Bild
  • unspezifische Laborparameter: Leukozytose, BSG-Erhöhung

Klinik

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Die Acne inversa charakterisiert sich durch folgende Merkmale:

  • Manifestationsstellen: Intertrigines (axillär, inguinal, submammär, Rima ani)
  • Effloreszenzen: brettharte, einschmelzende Infiltrate mit Ausbreitungsneigung (intertriginöse Abszesse), Keloidbildung sowie abszedierende Perifollikulitis; seltener Pilonidalsinus in der Rima ani oder darüber (Aknetetrade), Fistelkomedonen, aus den Fistelöffnungen entleert sich teils eitriges, teils talgiges oder seröses Sekret mit fötidem Geruch, Aknezysten, subkutane Fistelgänge, Narbenbildung
  • Verlauf: jahrelang

Therapie

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Zu den therapeutischen Maßnahmen bei der Acne inversa gehören:

  • gute Patientenaufklärung und Patienteneinführung
  • Reinigung der Haut mit synthetischen Tensiden, benzoylperoxidhaltigen Waschgelen (z. B. Sanoxit Gel) oder milden alkoholischen Lösungen (antibakterielle und antiinflammatorische Wirkung)
  • bei entzündlichen Akne-Effloreszenzen antiseptische Behandlung: alkoholische Lösungen, Gesichtsmasken und eine lokale antibiotische Therapie (Erythromycin, Tetramycin, Clindamycin)
  • oberflächliches Peeling mit Fruchtsäuren (ca. 5-10 mal im Abstand von 1-4 Wochen für wenige Minuten) verbessert das Erscheinungsbild
  • bei schwerem Verlauf systemische Antibiotikatherapie mit: Doxycyclin (100-200 mg/Tag) oder Minocyclin (1-2x50 mg /Tag)
  • Isotretinoin (Vitamin A-Derivat) 0,2 - 1,0 mg/kg KG/Tag, 3 bis 6 Monate; eine gleichzeitige Therapie mit Tetrazyklinen ist kontraindiziert (Hirndruckerhöhung)
  • manuell-physikalische Therapie kann unterstützend wirken
  • Diäten
  • Narbenkorrektur nach Abklingen der Akne: Exzisionen, Peelings, Schleifungen, Unterspritzen mit Fillern
  • Nikotinverzicht sollte angestrebt werden

Komplikationen

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Folgende Komplikationen können bei der Acne inversa auftreten:

  • bakterielle Superinfektion 
  • Narbenbildung
  • psychosoziale Probleme


Zusatzhinweise

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Zu der Acne inversa liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2005) Ingrid Moll - Duale Reihe, Dermatologie -  Thieme Verlag, 6. Auflage
  2. (2007) Sabrina Furter, Kim Jasch - Crashkurs Dermatologie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  3. (2006) Johannes Petres, Rainer Rompel - Operative Dermatologie: Lehrbuch und Atlas - Springer Verlag, 2. Auflage
  4. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  5. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  6. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  7. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  8. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg

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