Acne comedonica

Synonyme: Akne, Mitesser, Talgdrüsenentzündung, Hautfinne, Hautfinenausschlag

Definition

Acne comedonica

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Die Acne comedonica bezeichnet die leichteste Verlaufsform der Acne vulgaris. Neben einer vorhandenen Seborrhoea, wird die Acne comedonica durch nicht entzündliche, offene oder geschlossene Komedonen gekennzeichnet.


Ätiologie

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Man unterscheidet zwischen den folgenden Verlaufsformen der Acne vulgaris:

  • Acne comedonica: nicht-entzündliche Form der Acne vulgaris; durch eine gesteigerte Bildung von Hornzellen werden die Follikelausführungsgänge verstopft, dadurch kann der Talg nicht frei abfließen.

Acne papulopustulosa: Auftreten von Papeln und Pusteln, Narbenbildung infolge der Entzündungsprozesse ist möglich.

Acne conglobata: zusätzliches Auftreten von Fistelkomedonen und Knoten.

Die Ursachen für das Vorkommen der Acne comedonica sind vielfältig:

  • Seborrhoe
  • Follikelkeratose
  • Bakterien (bes. Propionibakterien)
  • Entzündung
  • psychische Faktoren
  • Medikamente

Epidemiologie

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Die Acne comedonica ist ein relativ häufig vorkommendes Krankheitsbild.

Die höchste Prävalenz liegt bei etwa 60-80 % in der Pubertät.

Die Acne comedonica wird meist zwischen dem 13.-18. Lebensjahr manifest.

Männer und Frauen sind etwa gleich häufig von der Acne comedonica betroffen.

Typisch ist eine stärkere Ausprägung der Erkrankung bei den Jungen und Männern.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Acne comedonica sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Zeitpunkt des Auftretens der Effloreszenzen?
  • Ausbreitung schleichend oder rasch?
  • Anwendung von Kosmetika?
  • Grunderkrankungen, insb. endokrine und metabolische Störungen?
  • aktuelle Medikation?
  • Allergien?
  • familiäre Häufung?
  • Auslandsaufenthalt?
  • bisherige Therapie? Mit welchem Erfolg?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Acne comedonica sind relevant:

  • Anamnese
  • i.d.R. Blickdiagnose: typisches klinisches Krankheitsbild
  • evtl. Hautbiopsie: Histologie: Hornzellmassen in Talddrüseninfundibulae mit großen Bakterienlakunen, granulozytäre und lymphozytäre Infiltrate [4]

Klinik

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Die Acne comedonica charakterisiert sich durch folgende Merkmale:

  • Prädilektionsstellen: v.a. betroffen sind die talgdrüsenreichen Hautareale: Gesicht (Nasenrücken, Nasenflügel, Stirn, Wangen, Kinn, Hals), Dekollete,  Schultern, Rücken.
  • Klinisches Bild: Komedonen: offen = schwarz (durch Melanin, nicht Schmutz!), geschlossen = weiss; eine oder nur wenige Papeln und Pusteln (< 10) sowie kleine Knötchen kommen bei dieser Akneform vor.
  • Stadieneinteilung der Acne comedonica: Grad I: weniger als 10 Komedonen; Grad II: 10-25 Komedonen (bei der Mehrzahl der Patienten erkennt man eher ein mildes Erscheinungsbild: Grad I bis Grad II); Grad III: 25-50 Komedonen; Grad IV über 50 Komedonen.
  • Symptome: Juckreiz, Rötung, evtl. perifollikuläre Abszesse.

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Acne comedonica umfassen folgendes:

Stadiengerechte Behandlung der Acne comedonica.

Ausführliche Aufklärung/Anleitung

  • Seifen reduzieren zwar den Talg auf der Hautoberfläche, nicht aber die Talgproduktion.
  • Laienhaftes Ausdrücken der Läsionen hat keinen positiven Einfluss auf den Verlauf, kann stattdessen störende Vernarbungen auslösen!
  • Lokale Akne-Therapeutika haben keinen Einfluss auf bereits bestehende Läsionen; stattdessen beugen sie der Neubildung von Läsionen vor; flächendeckende Behandlung der Hautpartien erforderlich, auch da, wo keine Läsionen sind!
  • Eine konsequent durchgeführte Lokaltherapie zeigt ihren maximalen Effekt erst nach 12 Wochen!
  • Notwendige Erhaltungstherapie auch bei blanden Hautverhältnissen!
  • Zusätzlich zur ärztlich verordneten Lokaltherapie keine weiteren rezeptfreien Präparate anwenden!

Da die Acne comedonica zur milden Form der Acne vulgaris gehört, reicht meist eine topische Behandlung aus.

Topische Wirkstoffe:

  • Benzoylperoxid 5-10% als Waschsuspension oder -gel, 1-2 mal täglich  oder Polyhydroxysäuren und Gluconolacton (z.B. Neostrata Exfoliating Wash)
  • topische Retinoide, z.B. Adapalen 0,1% als Creme oder Gel, Isoretinoin 0,5% als Gel, initial 1-mal täglich (abends) über 5-8 Tage, je nach Toleranz steigernd auf 2-mal täglich; nach Abheilung der alten Läsionen: prophylaktische Applikation jeden 2. Tag
  • Azelainsäure 20% (antikomedogene und antientzündliche Wirkung): 1 x täglich (abends), dann 2 x täglich
  • erweiterte Therapie bei ungünstigen Verläufen (Grad III oder IV): Retinoide in Kombination mit Azelainsäure oder Benzoylperoxid
  • evtl. Erythromycin 2-4% als Gel oder
  • Clindamycin 1% als Gel oder Lotion
  • ggf. adjuvante Maßnahmen: z.B. Komedonenextraktion

Komplikationen

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Die Akne comedonica heilt meist ohne Narbenbildung aus.

Die gewöhnliche Akne klingt normalerweise kurz nach dem 20. Lebensjahr ab (wenn die Pubertät vorbei ist).


Zusatzhinweise

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Zu der Acne comedonica liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2005) Altmeyer P - Therapielexikon Dermatologie und Allergologie - Springer, Berlin
  2. (2006) Meves A - Intensivkurs Dermatologie - Urban und Fischer
  3. (2007) Wiemann K - Das MSD Manual der Diagnostik und Therapie - Urban und Fischer
  4. (2007) Sabrina Furter, Kim Jasch - Crashkurs Dermatologie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag 
  5. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  6. (2005) Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann -  Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung - W3l GmbH Verlag
  7. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  8. (2002) Constantin E. Orfanos, Claus Garbe - Therapie der Hautkrankheiten - Springer Verlag, 2. Auflage
  9. (2010) Rote Liste
  10. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  11. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  12. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  13. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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