Acetylsalicylsäure

Synonyme: ASS

Definition

Acetylsalicylsäure

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Die Acetylsalicylsäure ist ein nicht-steroidaler Entzündungshemmer aus der Gruppe der Salicylate mit schmerzlindernder, fiebersenkender, entzündungshemmender und thrombozytenaggregationshemmender Wirkung.


Ätiologie

Acetylsalicylsäure

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Die Acetylsalicylsäure ist schon lange bekannt:

  • schon im antiken Griechenland wurde als Saft der Weidenrinde gegen Fieber und Schmerzen aller Art eingesetzt
  • 1853 von dem französischen Chemiker Charles Frederick Gerhardt zum ersten Mal hergestellt
  • 1897 wurde die Acetylsalicylsäure von Bayer erstmals in reiner Form hergestellt


Der Wirkungsmechanismus:

  • irreversible Hemmung der Cyclooxygenase durch Acetylierung

Epidemiologie

Acetylsalicylsäure

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Die Acetylsalicylsäure ist ein sehr häufig eingesetztes Mittel.

Die HWZ ist dosisabhängig:

  • 0,25 g - 2,5 h
  • 1 g - 5 h
  • Intoxikation > 8-10 g - mehr als 30 h

Differentialdiagnosen

Acetylsalicylsäure

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

Acetylsalicylsäure

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Die Kontraindikationen für Acetylsalicylsäure die bei der Anamnese beachtet werden sollen:

  • Ulkus ventrikuli et duodeni
  • hämorrhagische Diathese
  • Schwangerschaft (insbes. 3. Trimenon)
  • Überempfindlichkeit
  • schwere Nieirenfunktionsstörung
  • virale Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen

Diagnostik

Acetylsalicylsäure

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Die diagnostischen Maßnahmen vor der Therapie mit Acetylsalicylsäure werden zum Ausschluss der Kontraindikationen durchgeführt.


Klinik

Acetylsalicylsäure

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Die wichtigsten Indikationen für die Verwendung von Acetylsalicylsäure:

  • Schmerzen
  • Fieber
  • akute und chronische Entzündungen
  • Thrombose-/Embolieprophylaxe
  • Prävention zerebraler Durchblutungsstörungen
  • KHK incl. akutes Koronarsyndrom und Prävention

Therapie

Acetylsalicylsäure

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Die Dosierung der Acetylsalicylsäure:

Dosisabhängige Wirkung:

  • Thrombozytenaggregationshemmung - bereits ab weniger als 30 mg/Tag
  • analgetisch/antipyretisch - bis 2-3 g/Tag
  • antiphlogistisch 2-4 g/Tag
  • massiv antiphlogistisch - 6-8 g/Tag

Schmerzen, Fieber:

  • 6-14 J: Einzeldosis 250-500 mg
  • Jugendliche und Erwachsene: Einzeldosis 500-1000 mg
  • Einzeldosis in Abständen von 4-8h bis zu 3x/Tag

Thrombozytenaggregationshemmung:

  • instabile Angina pectoris: 75-300 mg/Tag
  • akuter Myokardinfarkt: 100-160 mg/Tag
  • Reinfarktprophylaxe: 300 mg/Tag
  • arterielle gefäßchirurgische Eingriffe: 100-300 mg/Tag
  • interventionelle Eingriffe: 100-300 mg/Tag
  • sekundärprophylaxe von TIA´s oder Jirninfarkten: 30-300 mg/Tag

Komplikationen

Acetylsalicylsäure

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Zu den Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure gehören:

  • Ulkusneigung
  • häufig occulte Blutungen
  • Thrombozytenaggregationshemmung
  • Prothrombinbildung vermindert
  • Ohrensausen, Schwindel
  • verminderte renale Nierenperfusion
  • Na+-/Wasserretention
  • "Aspirin-Asthma"
  • Ductus arteriosus → Konstriktion
  • Uterus → Kontraktionshemmung
  • Reye-Syndrom

Zusatzhinweise

Acetylsalicylsäure

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Die wichtigsten Zusatzhinweise für die Acetylsalicylsäure:

  • Metabolisierung von Acetylsalicylsäure erfolgt in der Leber
  • Acetylsalicylsäure ist der Thrombozytenaggregationshemmer der ersten Wahl

Literaturquellen

Acetylsalicylsäure

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Karow T, Lang-Roth R (2008) - Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie - Thomas Karow Verlag

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  • (2003) Thiel R - Anästhesiologische Pharmakotherapie, Allgemeine und spezielle Pharmakologie in Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie - Thieme
  • (2003) Klöss T - Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie - Urban & Fischer
  • (2001) Krier, Kochs, Buzello, Adams - Anästhesiologie, ains Band 1 - Thieme, Stuttgart
  • (2000) Scherer R - Anästhesiologie - Ein handlungsorientiertes Lehrbuch - Thieme
  • (1999) Hempelmann, Adams, Sefrin - Notfallmedizin, ains Band 3 - Thieme, Stuttgart
  • (1996) Kretz F.J, Schäffer J, Eyrich K - Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie - Springer, Berlin

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