Acanthosis nigricans

Definition

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Bei der Acanthosis nigricans handelt es sich um eine weiche Papillenhyperplasie mit Pigmentierung der Haut, die überwiegend in den Beugeregionen, vor allem in den Achseln, seitlich am Hals und inguinal lokalisiert ist.

Mehrere Formen der Acanthosis nigricans werden heute unterschieden.


Ätiologie

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Die genaue Ätiologie der Acanthosis nigricans ist unklar.

Folgende Faktoren sind bei der Acanthosis nigricans von Bedeutung:

  • Tumor-assoziierte Form: Paraneoplasie der Haut bei meist bereits weit fortgeschrittenen Adenokarzinomen (Magen, Uterus oder andere innere Organe) und anderen malignen Krankheiten (erhöhte Produktion von Wachstumsfaktoren: EGF,  TGF-α und/oder insulin likegrowth factors bzw. erhöhte Expression der jeweiligen Rezeptoren)
  • endokrine Form: als gelegentliche Begleitsymptomatik verschiedener benigner, meist endokriner Syndrome (Insulin-Resistenz, lipodystrophischer Diabetes, adrenogenitales Syndrom, Cushing-Syndrom, Akromegalie, Morbus Addison, Stein-Leventhal-Syndrom, Prader-Willi-Syndrom, Hyper- und Hypothyreoidismus)
  • hereditäre benigne juvenile Form: ohne begleitendes Tumorleiden; milde, unregelmäßig dominant vererbte Krankheit
  • Arzneimittel-induzierte Form: sehr selten vorkommend; Auslöser: Nicotinsäure, Diethylstilbestrol, etc.
  • Pseudoacanthosis nigricans: harmloses Begleitsymptom bei Adipositas

Epidemiologie

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Die Acanthosis nigricans kann in allen Altersgruppen vorkommen (Acanthosis nigricans benigna: v.a. Geburt bis Pubertät; Acanthosis nigricans maligna: meist mittleres bis höheres Alter).

Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Acanthosis nigricans sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hautveränderung erschienen?
  • Lokalisation der Hautläsionen?
  • Hat sich der Befund ausgebreitet? Verlauf?
  • Was für Beschwerden? β-Symptomatik? Juckreiz?
  • Ernährungszustand?
  • Allergien?
  • Frühere Hauterkrankungen? Bekannte Grunderkrankungen? bekannte endokrine Syndrome?
  • Erkrankungen bei Angehörigen?
  • Medikamenteneinnahme? Medikamentenallegien?
  • Selbstmedikation? Mit welchem Erfolg?


Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Acanthosis nigricans sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild, typische Lokalisation
  • Histopathologie:

- epidermale Papillomatose und Hyperkeratose

- leichte Akanthose

- basale Hyperpigmentierung

- teilweise Pseudohornzysten

- kein signifikantes entzündliches Infiltrat in der Dermis

- an der Schleimhaut: diskrete Parakeratose mit Papillomatose und Epithelhyperplasie, typischerweise ohne Vermehrung von Melanozyten im Epithel

- die maligne und die benigne Form der Acanthosis nigricans unterscheiden sich histologisch nicht voneinander


Klinik

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Die Acanthosis nigricans wird durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

Lokalisation:

  • grundsätzlich kann jedes Körperareal betroffen sein
  • typisch: Intertrigines wie Achselhöhlen, seitliche Hals- und Nackenpartien, Inguinal und Genitoanalgegend; seltener Augenlider, Naseneingang, Ellenbeugen, Kniekehlen, Nabel
  • Befall von Palmae, Plantae, Mundschleimhaut und Zunge hauptsächlich bei der Acanthosis nigricans maligna
  • Vulvaregion: häufigste Lokalisation bei übergewichtigen Frauen mit Hyperandrogenismus ohne Diabetes mellitus

Klinischer Befund

  • meist symmetrische Ausbildung von zunächst gelbbraunen bis schwarzen Hyperpigmentierungen, später flächenhafte, samtartige bis verruköse Verstärkung der Hauttextur, unscharf gegen die Umgebung abgegrenzt
  • evtl. Entwicklung warziger Hyperkeratosen
  • bei Schleimhautbeteiligung: Bildung flächiger, leukoplakischer und selten hyperpigmentierter Areale
  • meist bestehen keine subjektiven Beschwerden
  • bei der malignen Form häufig Juckreiz

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Acanthosis nigricans umfassen folgendes:

  • Malignomausschluss bei allen Formen der Acanthosis nigricans obligat!
  • externe Therapie: vorwiegend symptomatisch:

- Lokaltherapie mit abdeckenden, ggf. Zink-haltigen Puder oder Cremes zur Abtrocknung

- ggf. keratolytische externe Therapie mit Salicylsäure-haltigen oder Harnsäure-haltigen Cremes oder Laceran Spezial 10% Urea

- ggf. niedrig dosiert Vitamin A-Säure oder Cordes Vas, Eudyna Creme

  • interne Behandlung: Therapieversuche mit: Acitretin (Neotigason) oder Isotretinoin (Roaccutan) in niedriger Dosierung
  • bei der Adipositas-assoziierten Form: Normalisierung des Körpergewichtes → i.d.R. Rückbildung der Hautveränderungen
  • operative Behandlung: Abtragung, meist nur temporär wirksam

Komplikationen

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Zu den Komplikationen der Acanthosis nigricans liegt derzeit keine weitere Information vor.


Zusatzhinweise

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Zu der Acanthosis nigricans liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  • Peter Fritsch (2004), Dermatologie Venerologie. Grundlagen. Klinik. Atlas., Springer Verlag, 2. Auflage
  • Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann (2005), Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung, W3l GmbH Verlag
  • Peter Altmeyer, Martina Bacharach-Buhles (2002), Springer Enzyklopädie Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin, Springer Verlag
  • Konrad Bork, Walter Burgdorf, Nikolaus Hoede (2008), Mundschleimhaut- und Lippenkrankheiten: Klinik, Diagnostik und Therapie. Atlas und Handbuch, Schattauer Verlag, 3. Auflage



  • (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  • (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  • (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  • (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  • (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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