Absencenstatus

Definition

Absencenstatus

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Der Absencenstatus ist eine Serie mit einer Bewusstseinsstörung einhergehender generalisierter epileptischer Anfälle mit charakteristischen motorischen Stereotypien über mindestens 15-30 Minuten ohne dass der Patient zwischen den Anfällen das volle Bewusstsein wiedererlangt.


Ätiologie

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Die Ursachen des Absencenstatus sind:

meist idiopathisch kongenitale Missbildungen hypoxischer Hirnschaden toxische/metabolische Läsionen Speicherkrankheiten degenerative und hereditäre Erkrankungen


Epidemiologie

Absencenstatus

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Der Absencenstatus ist mit ca. 6% aller Status epileptici selten.

  • v.a. Kinder und Erwachsene um das 50. Lj. betroffen
  • seltener als Grand-mal-Status und erheblich weniger gefährlich

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Absencenstatus

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Beim Absencenstatus  ist die Fremdanamnese entscheidend:

  • bekanntes Anfallsleiden?
  • kindliche Entwicklung?
  • Anfallscharakteristika: Häufigkeit, Kontext des Auftretens? Vorboten/Aura, Beginn und Dauer des aktuellen Status?
  • Zungenbiss/unwillkürlicher Urinabgang?
  • (psychiatrische) Vorerkrankungen?
  • Geburtskomplikationen?
  • Stress/Infekt vor dem Ereignis?
  • Kinderkrankheiten mit cerebraler Beteiligung?
  • Z.n. Schädel-Hirn-Trauma?
  • Familienanamnese

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Absencenstatus sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: genaue Anfallsanamnese, Ausschluß, Zungenbiss/Einnässen,  Suche nach weiteren neurologischen Ausfällen (Kraftprüfung)
  • Fieber messen (Infektion als Ursache?)
  • Lumbalpunktion: sofort bei V.a. Meningitis oder Subarachnoidalblutung
  • EEG: charakteristische 3/s spike-wave-Aktivität zur eindeutigen Abgrenzung vom Status psychomotoricus
  • Labor: bei V.a. zugrundliegenden Stoffwechselstörungen/Speicherkrankheiten (BZ, Ca, Retentionsparameter, Elektrolyte, evtl. Blutalkoholspiegel, CK, Prolaktin)
  • cCT/cMRT: Ausschluß/Nachweis einer ursächlichen Hirnläsion; Klärung der DD Hirnblutung/ischämischer Hirninfarkt

Klinik

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Der Absencenstatus kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • primär generalisierte Anfälle mit Bewusstseinsstörung ohne konvulsive Elemente
  • plötzliches Innehalten in der Beschäftigung und Nesteln
  • Patienten über 15-30 Minuten nicht mehr ansprechbar
  • keine Auren im Gegensatz zu komplex-partiellen Anfällen

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Absencenstatus umfassen folgendes:

Stufentherapie:

  • Stufe I: Lorazepam i.v. oder Diazepam oder Clonazepam i.v. kombiniert mit Ethosuximid bzw. Valproat oder Lamotrigin i.v.
  • Stufe II: Wiederholung der Maßnahmen von Stufe I. Sowohl in Stufe I als auch in Stufe II kann Valproat i.v. als Alternative angesehen werden. Evtl. Phenobarbital und Intubation.
  • Stufe III: Verlegung auf eine neurologische Intensivstation und Allgemeinnarkose

Komplikationen

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Beim Absencenstatus kommen folgende Komplikationen vor:

  • prolongierter Absencenstatus
  • weit weniger gefährlich als Grand-Mal-Status

Zusatzhinweise

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Zum Absencenstatus liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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