Abhängigkeit (Cannabinoide)

Synonyme: Cannabisabhängigkeit, Cannabismißbrauch

Definition

Abhängigkeit (Cannabinoide)

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  • Die Abhängigkeit von Cannabinoiden ist gekennzeichnet durch einen dauerhaften Konsum von Cannabinoiden mit der Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit.

Ätiologie

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Die Ursachen der Abhängigkeit von Cannabinoiden sind:

  • Wirkstoff: Tetrahydrocannabinol (THC)
  • Konsum: Rauchen, oral (in Kuchen, Tee)
  • geringe Toleranzentwicklung
  • bei langfristigem Abusus: Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Abhängigkeit von Cannabinoiden liegen folgende Daten vor:

  • Hauptsuchtstoff bei circa 2% aller Suchtkranken
  • Wird oft in Kombination mit härteren Drogen eingenommen und dient als Einstiegsdroge

Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

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Bei der Abhängigkeit von Cannabinoiden sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Veränderungen von Antrieb, Stimmung, Konzentration?
  • Sozialanamnese
  • Sozialer Rückzug?
  • Vereinsamung?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Abhängigkeit von Cannabinoiden ist relevant:

  • Cannabiskonsum kann per Drogenschnelltest in Schweiß und Urin nachgewiesen werden

Klinik

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Die Abhängigkeit von Cannabinoiden kann u.a. folgende Symptome zeigen:

Im akuten Rausch:

  • Passivität
  • Konzentrationsstörungen
  • Wahrnehmungsveränderungen
  • sehr selten Halluzinationen
  • Denkstörungen

Bei langfristigem Abusus:

  • Selten Entwicklung einer Psychose mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen
  • Angststörungen
  • Amotivales Syndrom: Teilnahmslosigkeit, nachlassender Antrieb

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Abhängigkeit von Cannabinoiden umfassen Folgendes:

  • Sehr milde Entzugserscheinungen
  • Ambulanter Entzug möglich
  • In der Regel keine medikamentöse Therapie nötig
  • Selten Einsatz von niedrigpotenten Neuroleptika: z.B. Promethazin 75-150 mg oder Levomepromazin 75-150 mg
  • Ergänzende psychtherapeutische Behandlung ist in den meisten Fällen angeraten

Komplikationen

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Bei der Abhängigkeit von Cannabinoiden kommen folgende Komplikationen vor:

  • Selten psychotische Störungen mit Wahn und Halluzinationen
  • Obstruktive Lungenerkrankungen beim Konsum durch Rauchen

Zusatzhinweise

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Zur Abhängigkeit von Cannabinoiden liegen derzeit folgende Zusatzhinweise vor:

  • Sehr milde Entzugserscheinungen: ambulanter Entzug möglich
  • In der Regel kann auf Medikamente verzichtet werden
  • Selten Einsatz von niedrigpotenten Neuroleptika: z.B. Promethazin 75-150 mg oder Levomepromazin 75-150 mg

Literaturquellen

Abhängigkeit (Cannabinoide)

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1) Klingelhöfer, Spranger: Klinikleitfaden Neurologie, Psychiatrie. Urban & Fischer (2001)

  • (2009) Klußmann R, Nickel M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer Verlag, Wien
  • (2009) Mentzos S - Lehrbuch der Psychodynamik - Verlag Vandenhoeck & Ruprecht/BRO
  • (2009) Janssen P, Joraschky P, Tress W - Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherap - Deutscher Ärzte Verlag
  • (2008) Rentrop M, Müller R, Bäuml J - Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Rudolf - Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik - Thieme
  • (2007) Arolt V, Reimer C, Dilling H - Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie - Springer
  • (2006) Fritzsche K, Wirsching M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer

Assoziierte Krankheitsbilder zu Abhängigkeit (Cannabinoide)

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