Abdominalverletzungen

Synonyme: Abdominaltrauma, Bauchtrauma, Bauchverletzung

Definition

Abdominalverletzungen

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  • Abdominalverletzungen sind aufgrund unterschiedlichster Ursachen hervorgerufene Verletzungen des Bauchraumes

Ätiologie

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Ursachen von Abdominalverletzungen sind:

Stumpfe Bauchtraumata:

  • Sturz aus großer Höhe
  • Überrolltrauma
  • Gurttrauma
  • Quetschungen

Spitze Bauchtraumata:

  • Stichverletzungen

Wichtig ist die Klassifikation der Organrupturen nach der AAST in bis zu 6 Graden


Epidemiologie

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  • Anteile der Abdominalverletzungen im Kindesalter liegen zwischen 5 - 10 % bei allen Unfällen
  • es überwiegt das stumpfe Bauchtrauma mit ca. 95% gegenüber dem  penetrierenden mit 5% in Mitteleuropa
  • bei Patienten mit isoliertem stumpfen Bauchtrauma sind die abdominellen Organe in unterschiedlicher Häufigkeit betroffen (Milz mit 45%, Leber mit 32%, Niere 12%, Pankreas 6%, Duodenum 2%, Blase 1,5%, Darmverletzungen, Dünndarm, Dickdarm, Magen mit 0,5%)

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei Abdominalverletzungen sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Prellmarken?
  • Schmerzen?
  • evtl. Blutungen?
  • Schockzustand?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Abdominalverletzungen sind relevant:

  • Inspektion auf Prellmarken (Hinweis für Organverletzungen)
  • Palpation
  • Auskultation (Peristaltik)
  • Ultraschalluntersuchung (Hinweis auf parenchymatöse Verletzungen)
  • CT (zeigt Ruptur der parenchymatösen Organe, aber auch Hämatome)
  • Röntgenuntersuchung (Verdacht auf Perforation von Hohlorganen)

Klinik

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Folgende Symptomatiken zeigen sich bei Abdominalverletzungen:

  • Schmerzen
  • Prellmarken
  • offene Wunden

Therapie

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Die therapeutischen Maßnahmen der Abdominalverletzungen umfassen folgendes:

  • im Vordergrund steht die konservative Behandlung mit Monitoring und Stabilisierung
  • bei Verletzung der Niere: Evtl. Schienung des Harnleiters notwendig
  • lediglich Patienten mit Kreislaufinstabilität, Zunahme der freien Flüssigkeit und progredientem Hb-Abfall unter 6-7 g/dl sollten am gleichen Tag noch laparotomiert werden
  • bei Notwendigkeit der Splenektomie kann eine Replantation des Restmilzgewebes in das Omentum majus durchgeführt werden
  • nach Splenektomie, zur Prävention der OPSI eine Pneumokokkenimpfung sowie eine Antibiotikaprophylaxe mit Penicillin p.o. für 2 Jahre

Komplikationen

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Folgende Komplikationen können bei Abdominalverletzungen auftreten:

  • mit Zunahme des Verletzungsgrades steigt die Letalität
  • bei einer Grad-V-Verletzung bei der Leber beträgt diese bereits 50%
  • Blutungen
  • Schock

Zusatzhinweise

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Zum Thema Abdominalverletzungen liegen momentan keine Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. Von Schweinitz D, Ure B (2009) - Kinderchirurgie: Viszerale und allgemeine Chirurgie des Kindesalters - Springer, Berlin
  2. Mayatepek E (2007) – Pädiatrie – Elsevier, München

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