3-Tage-Fieber

Synonyme: Exanthema subitum, 3-Tage-Fieber-Exanthem, Roseola infantum, Pseudorubella, sechste Krankheit, sixth disease

Definition

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Das 3-Tage-Fieber (auch Exanthema subitum) ist eine weit verbreitete Infektionskrankheit, die durch das humane Herpesvirus Typ 6 ausgelöst wird. Es  ist durch hohes Fieber und darauf folgenden charakteristischen Hautausschlag gekennzeichnet.


Ätiologie

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Zu den Ursachen des Exanthema subitum zählen:

  • Erreger: HHV-6, seltener auch HHV-7
  • nach der akuten Infektion persistiert das Virus im Körper (latente Infektion):Reaktivierung möglich
  • Übertragungswege: Speichel, Tröpfcheninfektion [8]
  • Inkubationszeit: 5-15 Tage [8]

Epidemiologie

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Folgende epidemiologische Daten zum 3-Tage-Fieber liegen vor:

  • Das Exanthema subitum tritt weltweit auf.
  • Geschlechterpräferenz: m:w = 1:1 [11]
  • Der Mensch ist das einzige Erregerreservoir für das HHV-6
  • es handelt sich um die häufigste exanthematische Erkrankung des Kindesalters
  • das Hauptmanifestationsalter entspricht etwa dem 1. Lebensjahr (Gipfel zwischen 7. und 13. Lebensmonat) [12]
  • Fast alle Kinder sind bis zum Ende des 3. Lebensjahres seropositiv

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei dem 3-Tage-Fieber sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Welche Beschwerden bestehen? Seit wann?
  • Fieber neu aufgetreten? Wie hoch? Fieberverlauf?
  • Exanthembildung? An welchen Körperstellen? Wie sieht es aus?
  • Juckreiz?
  • Kopfschmerzen?
  • Ess- und Trinkverhalten?
  • Erbrechen?
  • Husten?
  • Durchfälle neu aufgetreten?
  • Impfstatus? Nach Empfehlungen der STIKO regelmäßig geimpft worden?
  • Ähnliche Erkrankungsfälle in der Umgebung aufgetreten?
  • Vorerkrankungen? Immunschwäche?
  • Welche Kinderkrankheiten durchgemacht?
  • Allergien?
  • Werden Medikamente eingenommen? Welche?
  • Zeitlicher Abstand zwischen Einnahme der Medikamente und Auftreten des Exanthems?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des 3-Tage-Fiebers sind relevant [8]:

  • Anamnese
  • körperliche Untersuchung, dabei insbesondere:
  • Temperaturmessung: oft >40°C Fieber
  • Untersuchung des Integuments auf ein Exanthem: Lokalisation, Form, Farbe, Abgrenzbarkeit, Erhabenheit: meist feinmakulös, stammbetont, oft nur wenige Stunden lang erkennbar
  • Meningismus-Zeichen: auslösbar?
  • Labor: anfangs Leukozytose, dann Leukopenie (etwa ab dem 2. Tag), evtl. Lymphozytose, Titer: IgM und IgG Anstieg (Bestimmung meist nicht nötig), Virusnachweis aus dem Blut (meist nicht nötig)
  • Mikrobiologie: Nachweis von HHV-6-DNA in Urin, Speichel und Liquor möglich

Beachte: Meist wird die Diagnose klinisch durch aufkommendes Exanthem nach entfieberung gestellt[11]!


Klinik

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Das 3-Tage-Fieber ist durch folgende Merkmale charakterisiert [8; 12]

  • Inkubationszeit: 5-15 Tage
  • Plötzlicher Auftritt von hohem Fieber, oft >40°C
  • Nach 3-4 Tagen Entfieberung
  • dann plötzlich auftretendes Exanthem: generalisiert mit Betonung an Brust und Armen, feinmakulös bis makulopapulös, u.U. konfluierend
  • begleitend oft Enanthem, Lidödeme, Gastroenteritis, Husten, Lymphadenitis colli

Sonderform: sog. "abortive Formen": Fieber ohne sichtbares Exanthem, relativ häufig

Schwerer Verlauf bei immungeschwächten Patienten möglich: dann sind auch persistierende Exantheme, Pneumonie, Hepatitis, Enzephalitis, Retinitis möglich


Therapie

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Die Therapiemöglichkeiten beim 3-Tage-Fieber umfassen [8; 13]:

Symptomatische Therapie:

  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr, je nach Trinkverhalten oral oder i.v.
  • körperliche Schonung
  • Antipyretika: z.B. Paracetamol: 3-4x tgl. 10-15mg/kgKG/d, max. 50mg/kgKG/d p.o. (Erwachsene)

Therapieoptionen bei Komplikationen:

  • bei Fieberkrampf Diazepam, z.B. rektal:15kgKG: 10mg
  • bei Enzephalitis: evtl. Therapieversuch mit Ganciclovir oder Foscarnet erwägen (Nutzen nicht bewiesen)

Eine spezifische antivirale Therapie beim Exanthema subitum ist nicht bekannt.


Komplikationen

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Beim Exanthema subitum kommen folgende Komplikationen vor [8; 12]:

  • Fieberkrämpfe
  • passagere Panzytopenie
  • schwere Verläufe bei Immunsuppression möglich

Insgesamt ist die Prognose des 3-Tage-Fiebers  gut. Eine Ausnahme stellt die seltene Komplikation einer Enzephalitis dar.


Zusatzhinweise

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Zusatzhinweise zum 3-Tage-Fieber:

  • oft Auslöser des 1. Krampfanfalls bei kleinen Kindern
  • eine wirkungsvolle Schutzimpfung existiert zur Zeit nicht
  • die Isolierung erkrankter Patienten ist nicht nötig

Literaturquellen

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  1. (2007) Petres J, Rompel R - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  2. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  3. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  4. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  5. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  6. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe
  7. (2009) Illing S, Claßen M - Klinkleitfaden Pädiatrie Urban & Fischer, Elsevier
  8. (2006) Sitzmann F C - Duale Reihe - Pädiatrie - Thieme
  9. (2006) AWMF-Leitlinie - Aplastische Anämie -
    Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
  10. (2006) AWMF-Leitlinie - Nicht-eitrige Infektionen von Gehirn und Rückenmark - Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP)
  11. (2009) Cherry, J D - Roseola infantum (Exanthem subitum) - Textbook of Pediatric Infectious Diseases
  12. (1963) Juretic, M - Exanthema subitum a review of 243 cases. Helv Paediatr Acta 1963; 18:80.
  13. (2009) Jenista, J A - Human herpesvirus-6 and human herpesvirus-7 infections - Textbook of Pediatric Care

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